Ingenieure sichern unsere Zukunft
Die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik Deutschland basiert
wesentlich auf der Tätigkeit unserer Ingenieurinnen und Ingenieure1
. Ein Großteil der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze
hängt von der Arbeit dieser technisch-kreativen Köpfe
ab.
Aber schon heute können fast 50.000 Ingenieurstellen nicht
besetzt werden und ihre Zahl wächst rasch. Vor allem
an erfahrenen Ingenieuren herrscht ein großer Mangel.
Die Ursachen dieses Defizits liegen zum einen auf der Angebotsseite.
Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für technische
Berufe und die Ingenieurausbildung. 2004 kamen auf 1.000 Beschäftigte
in Deutschland nur 0,93 neue Absolventen ingenieurwissenschaftlicher
Ausbildungsgänge (in Japan waren es hingegen 2,0, in Schweden
2,56 und in Finnland 3,42).
Besonders gering ist nach wie vor der Anteil der Frauen. Er lag
bei den Studienabgängern 2005 bei 21,8%, bei den Beschäftigten
gar nur bei 10,8%. Und die demografische Entwicklung verstärkt
zusätzlich den Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften.
Zum anderen hat in der Vergangenheit der Umgang mit älteren
und erfahrenen Beschäftigten die Probleme verstärkt. So
beträgt in Deutschland die Beschäftigungsquote der 55
- 64-jährigen nur 39%, während beispielsweise in Schweden,
Schweiz und Dänemark die Quoten zwischen 60 und 70% liegen.
Als Folge liegt ein erhebliches Potenzial an qualifizierten Ingenieuren
brach, das den Fachkräftemangel mildern könnte. Gerade
das Erfahrungswissen älterer Ingenieure wird von vielen Unternehmen
heute schmerzlich vermisst.
Darüber hinaus hat dieser Umgang mit älteren Ingenieuren
wiederum direkte Auswirkungen auf die Berufsentscheidung junger
Menschen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass
bei der Wahl des Studienfachs auch langfristige Erwartungen wie
Karrierechancen oder ein potenzielles Arbeitslosigkeitsrisiko eine
wichtige Rolle spielen. Negative Beispiele insbesondere aus
dem persönlichen Umfeld tragen dazu bei, dass sich selbst
Jugendliche, die eigentlich ein positives Verhältnis zur Technik
haben, dann doch gegen den Ingenieurberuf entscheiden.
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